Kontrolle externer Risiken​

Die Vermeidung des Eintrags von Krankheitserregern von extern in Ihre Ställe bildet die erste Verteidigungslinie in Ihrem Biosicherheitskonzept.  Dies beinhaltet Besucherregelungen und Nachverfolgung des Besucherverkehrs genauso wie die Insekten- und Schadnagerbekämpfung und den Schutz vor Wildvögeln. 

Zugangsbeschränkungen & Besucherbuch

Folgen Sie diesen grundsätzlichen Empfehlungen, um den Eintrag und die Verbreitung von Krankheitserregern durch Besucherverkehr zu reduzieren. ​

  • Fahrzeuge und Farmausrüstung gelangen nur über einen kontrollierten Zugang auf das Farmgelände. Der Zugang sollte stets geschlossen sein. Hält sich niemand auf der Farm auf, ist der Zugang abzuschliessen. ​
  • Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände müssen sauber und frei von organischen Verschmutzungen sein. ​
  • Ausrüstungsgegenstände müssen vor Stall- und/oder Farmwechsel zu anderen Altersgruppen oder anderen Geflügel- oder Tierarten gereinigt und desinfiziert werden. ​
  • Führen Sie ein Besucherbuch, in das sich Besucher eintragen müssen, bevor sie die Farm betreten dürfen. ​
  • Besucher müssen beim Betreten der Farm vom Farmpersonal begleitet werden. Ein Betreten sollte immer nur angemeldet und unter Berücksichtigung einer Karenzzeit (mindestens 48h besser 72h) zu Besuchen bei anderen Geflügelhaltungen erfolgen.​
  • Besucher haben festgelegten Besucherrichtlinien zu folgen, die mindestens das Tragen von Schutzkleidung, Einwegüberschuhen und Händedesinfektion enthalten sollte. 

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Insektenbekämpfung​

Fliegen und der Schwarze Getreideschimmelkäfer sind potentielle Krankheitsüberträger. Das wahrnehmbare Auftreten von Insekten ist ein Hinweis auf ein größeres Problem. Viele versuchen, das Problem durch die Bekämpfung der erwachsenen Insekten in den Griff zu bekommen. Dies berücksichtigt aber nicht die Ursache des Problems, welches meist im mangelnden Einstreumanagement liegt.

Potentielle Ursachen für Insektenprobleme:

  • Schlechte Drainage anfallenden Wassers auf der Farm​
  • Schlechte Luftzirkulation in und zwischen den Ställen ​
  • Unregelmäßige oder unvollständige Dungentsorgung​
  • Undichte Tränken bzw. Tränkeleitungen ​
  • Mangelnde Futterhygiene​
  • Nicht korrekte Dunglagerung

Schritt 1 – Kurzfristige Maßnahmen

  • Halten Sie das Tränkesystem immer in einem einwandfreien Zustand (reparieren Sie undichte Stellen sofort). Das vermeidet die Ansammlung überschüssigen Wassers in der Einstreu, unter und neben den Ställen sowie im Bereich des Dunglagers. ​
  • Vermeiden Sie, Wasch- und Spülwasser in die Einstreu zu schütten bzw. im Stall zu lassen. ​
  • Achten Sie auf richtige Futterhöhen in den Trögen und vermeiden Sie Futtervergeudung um die Tröge, Vorlaufbehälter und Silos. ​
  • Sorgen Sie für ausreichende Luftzirkulation im Stall (z.B. durch Umlüfter), um die Einstreu und den Boden trocken zu halten. ​
  • Halten Sie den Bewuchs zwischen den Ställen kurz. Damit reduzieren Sie potentielle Rückzugsgebiete für Fliegen und erlauben eine gute Luftzirkulation.

Schritt 2 – Langfristige Maßnahmen

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Drainage um die Ställe. ​
  • Achten Sie auf ein ausreichendes Gefälle, damit Regenwasser zügig vom Farmgelände ablaufen kann. ​
  • Etablieren Sie einen effizienten und geregelten Prozess zur Entsorgung von Dung und Kadavern. ​
  • Halten Sie ggf. eine adequaten Dunglagerplatz vor. Sorgen Sie für korrekte Lagerung und Abdeckung. ​
  • Zwangsgelüftete Ställe erlauben eine bessere Fliegenbekämpfung durch gezielte Klimasteuerung und höhere Biosicherheit. ​
  • Geflügelställe müssen eine befestigte Bodenplatte aus Beton o.ä. haben, um diese leicht und gründlich reinigen zu können. ​
  • Die Bekämpfung des Schwarzen Getreidekäfers während der Serviceperiode trägt ebenfalls zur Fliegenbekämpfung bei. ​

In akuten Situationen können Insektizide im Zusammenhang mit Ausmisten eine Lösung sein. Achten Sie bei der Anwendung von Insektiziden immer auf die Zulassungslage sowie die Sicherheits- und Anwendungshinweise des Herstellers. 



Schadnagerbekämpfung​

Schadnager sind eine ständige Gefahr für die Gesundheit der Tiere und die Stalleinrichtung. Sie können bereits durch Öffnungen von etwa eineinhalb Zentimeter in den Stall gelangen und sind sehr gut in der Lage, sich Routen zu merken. Dabei vermeiden sie gern neue Objekte im Laufweg, wie z.B. Fallen. Mit ihren permanent nachwachsenden Schneidezähnen nagen sie an fast allen Gegenständen und richten dadurch zum Teil erheblichen Schaden an. Gleichzeitig fressen sie nicht unerhebliche Mengen an teurem Futter und können dabei auch Krankheiten wie z.B. Influenza übertragen. Ziehen Sie einen externen Schadnagerbekämpfer hinzu, wenn Sie zusätzliche Hilfe benötigen.

Exterior rodent control

Schritt 1

  • Eliminieren Sie Gründe (Futter, Wasser, Nistgelegenheiten), damit Schadnager sich auf Ihrer Farm nicht wohl fühlen. ​
  • Entfernen Sie attraktive Elemente. Beseitigen Sie Futterreste unter den Silos unverzüglich. Beräumen Sie das Farmgelände von Unrat wie ungenutzten Arbeitsgeräten, Bauresten, Rohren, etc., die attraktiv sind als Rückzugs- oder Nistplätze. ​
  • Schaffen Sie einen ca. 1 m breiten vegetationslosen Streifen um jedes Stallgebäude. 

Schritt 2

  • Verwähren Sie Schadnagern bestmöglich den Zugang zum Stall. ​
  • Eine solide Gebäudehülle ist Grundvoraussetzung. Mäuse können durch Löcher von ca. 18 mm Durchmesser in den Stall gelangen, Ratten benötigen nur ca. 24 mm. Es ist daher wichtig, Ställe und die unmittelbare Umgebung regelmäßig auf Schadnagerbefall bzw. mögliche Eintrittspforten zu kontrollieren. Wer nicht sucht, wird nicht finden.​
  • Beliebte Eintrittspforten für Mäuse sind ungeschützte und dadurch meist korrodierte Bereiche von Metalleinfassungen. Türen müssen bündig schließen und sollten selbstschließend sein. Dichten Sie Öffnungen um Futterzuführungen, Rohre und Kabel mit Kalkmörtel oder Metallschellen ab.

Schritt 3

  • Reduzieren Sie die Population durch Fallen und Fraßköder. ​
  • Dabei sind die richtige Auswahl und Aufstellung von Köderstationen und die verwendeten Köder zu beachten. Auf dem Markt sind verschiedene Typen und Anwendungsformen von Fraßködern verfügbar. Köder, die bereits bei einmaliger Aufnahme wirken und gut angenommen werden, sollten bevorzugt werden. Um das heraus zu bekommen, sollten sie in einem Bereich mit hoher Befallsintensität verschiedene Köder an einer geschützten Stelle (z.B. unter einem an die Wand gelehnten Holzbrett) anbieten. ​
  • Prüfen Sie nach ein paar Tagen, welche von den ausgelegten Ködern gut angenommen wurden und beködern Sie damit die ganze Farm. Köder in Form von wachshaltigen Pressblöcken eigenen sich gut in feuchten oder schwer zugänglichen Bereichen, wie z.B. Dachböden. ​
  • Lagern Sie Fraßköder nicht zusammen mit anderen Chemikalien oder berühren Sie diese nicht mit der Hand, da sie Gerüche annehmen und so an Wirksamkeit verlieren können.​
  • Beachten Sie die Sicherheits- und Anwendungshinweise der einzelnen Produkte und handeln Sie entsprechend. ​
  • Die Positionierung und Anzahl der Köderstationen sollte entsprechend der baulichen Beschaffenheit der Ställe und der örtlichen Befallsstärke erfolgen. Etwa alle 15 – 20 m entlang der Stalllängsseite sowie in den Eingangsbereichen ist ein gutes Maß. In der Abbildung ist ein gutes Beispiel für die Positionierung wiedergegeben. Die Köderstation steht frei von Gräsern und Unkraut direkt neben der Stallwand.​
  • Köderstationen sollten monatlich kontrolliert werden, wobei die Frequenz entsprechend Befall und örtlichen Gegebenheiten angepasst werden sollte. Innerhalb von Gebäuden sollten Fallen in den Eingangsbereichen, auf Dachböden, in Lager- und Wartungsräumen aufgestellt werden. 



Schutz vor Wildvögeln

Auf Farmen und angrenzenden Bereichen halten sich verschiedene Wildvogelarten auf. Sie sind natürliche Wirte von  Krankheitserregern und Parasiten. Bei ihrer Suche nach Futter und Schutz stellen Farmgebäude attraktive Standorte dar.

Schritt 1- Vermeidung des Zuflugs in Gebäude

  • Halten Sie Türen und Tore geschlossen. Sollten diese in der heißen Jahreszeit offen stehen, schützen Sie diese durch Vogel-sicheren Maschendraht bzw. Netze. ​
  • Offenställe und Fensterbereiche müssen durch Vogel-sicheren Maschendraht oder Netze geschützt werden. ​
  • Zuluftbereiche unterhalb von Dachüberständen oder Regenrinnen müssen ebenfalls geschützt werden. ​
  • Halten Sie Stallgebäude in gutem Zustand, damit Wildvögel nicht durch Öffnungen in den Stall gelangen können. 

Schritt 2 – Vermeidung des Zugangs zu Futter

  • Dung sollte – wenn notwendig – nur kurzzeitig in Stallnähe gelagert werden. Entfernen Sie diesen vollständig sobald als möglich.  ​
  • Dungzwischenlager sollten befestigt, abgedeckt sowie mindestens 30 m entfernt von Ställen sein. Eine vollständige Entfernung des gesamten Dungs vom Farmgelände wird empfohlen. ​
  • Verendete Tiere müssen bis zu ihrer Abholung in dafür vorgesehenen Tonnen bzw. Containern verschlossenen und möglichst gekühlt aufbewahrt werden. ​
  • Mülltonnen sollten abseits der Ställe positioniert werden und stets verschlossen sein.  ​
  • Beseitigen Sie Futter- und Dungreste umgehend. ​
  • Die Futterlagerung hat in Vogel-sicheren Lagern bzw. Silos zu erfolgen. 

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